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FSP 2

Forschungsteam 4: Pariastaaten und Sanktionen

Pariastaaten stellen einen bislang wenig untersuchten Gegenstand der internationalen Beziehungen dar. Aufgabe des Forschungsteams ist eine theoriegeleitete, vergleichende Untersuchung der Reaktionen von Pariastaaten auf externen Druck mit dem Ziel, mögliche Verhaltensmuster zu extrahieren. Pariastaaten stellen einen besonderen Subtyp autoritärer Regime dar, der dadurch gekennzeichnet ist, dass er besonderer Stigmatisierung und besonderem Druck ausgesetzt ist. Aufbauend auf Ansätzen der Sanktionsforschung, der Transformationsforschung und der Forschung zu autoritären Staaten sollen zunächst die möglichen Handlungsalternativen theoretisch identifiziert und dann anhand prozessorientierter Fallanalysen und fokussierter Kontrollgruppenvergleiche  (in Anlehnung an Most-Similar-Systems-Design) empirisch überprüft werden.

Im Zentrum der bisherigen Arbeiten stehen die relativen Machtressourcen des Regimes, die institutionelle Struktur von Staaten sowie die Normen, die ideologisch genutzt werden können, um dem Druck zu begegnen. Mithilfe der Methode des Process-Tracing wurden dabei die Reaktionen von Pariastaaten in sechs Fallstudien (Iran, Kuba, Myanmar, Nordkorea, Syrien, Zimbabwe) nachgezeichnet. In einer zweiten Arbeitsstufe sollen im interregionalen Vergleich mögliche Gemeinsamkeiten in den Reaktionen dieser Staaten herausgearbeitet werden.

Hieraus ergeben sich folgende Forschungsfragen, die im Mittelpunkt der Arbeit des Forschungsteams stehen werden:

  • Wie sieht der externe Druck konkret aus, d.h. welcher Akteur übt welche Form von Druck mit welcher Intensität aus?
  •  Auf welche strukturellen Machtressourcen kann das Regime grundsätzlich zurückgreifen und auf welche Weise setzt es diese als Reaktion auf den externen Druck und seine unterschiedlichen Erscheinungsformen ein?
  • Wie ist die lang anhaltende Stabilität von autoritären Staaten angesichts externer Sanktionierung zu erklären?
  • Welche Beziehungen bestehen zwischen den sanktionierten und den sanktionierenden Staaten, inwiefern ist das Empfängerland anfällig für externen Druck?
  • Welche Wirkungen entfalten die Sanktionen in den Empfängerländern und welche Gegenstrategien werden vom Empfänger in nationaler und internationaler Hinsicht verfolgt?

Aktuelle Forschungsprojekte:
  • Reaktionsmuster von „Pariastaaten“ auf externen Druck – Transformationsresistenz im zwischenregionalen Vergleich
    (Marco Bünte, Henner Fürtig, Martin Beck, Matthias Basedau, Bert Hoffmann)


Mitarbeiter:

Beck, Martin (ext., ass.)
Bünte, Marco
Fürtig, Henner
Gerschewski, Johannes (ext., ass.)
Hoffmann, Bert
Portela, Clara (ext., ass.)
von Soest, Christian

 

Forschungsteamsprecher:

Dr. Christian von Soest
GIGA Institut für Afrika-Studien
Neuer Jungfernstieg 21
20354 Hamburg
Germany

Tel.: +49 (0)40 - 428 25-563
Fax: +49 (0)40 - 428 25-511

http://www.giga-hamburg.de/fsp2

 

Letzte Änderung: 05.April 2011

 
 
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